e-Frachtbrief/eCMR ist das erste Leuchtturmprojekt der Open Logistics Foundation

14. Juni 2022

Frachtbriefe gehören zu den am häufigsten verwendeten Dokumenten in der Logistik, die oft noch manuell erstellt und mitgeführt werden. Obwohl eConsignments seit langem verfügbar sind, sind sie nicht interoperabel und können daher in digitalen Lieferketten nicht durchgängig genutzt werden. Zudem hat sich bislang weder im nationalen noch im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr ein einheitliches Layout etabliert. Vor diesem Hintergrund hat die Open Logistics Foundation den OS-eFrachtbrief (eCMR) als erstes Leuchtturmprojekt benannt.

„Uns ist wichtig, mit Einsatzmöglichkeiten wie dem digitalen Frachtbrief zu starten, die jedem Unternehmen der Branche einen direkten Nutzen bringen“, sagt Stiftungsvorstand Jochen Thewes, CEO von DB Schenker. Die in der Stiftung entwickelten Bausteine für den eCMR werden eine Standardlösung darstellen. 

Der quelloffene eFrachtbrief soll die Erstellung, Speicherung und Weiterverarbeitung von digitalen Frachtbriefen sowohl im nationalen als auch im grenzüberschreitenden Verkehr ermöglichen. „Mit dem eCMR wollen wir die einheitliche Nutzung digitaler Dokumente in Lieferketten sicherstellen“, sagt Andreas Nettsträter, CEO der Open Logistics Foundation. Perspektivisch soll ein sogenannter eFreightfolder entwickelt werden – ein digitaler Ordner, in dem weitere digitale Versanddokumente wie Gefahrgutpapiere, Packlisten, Zertifikate oder Paletten- und Wiegescheine abgelegt werden können. 

Working Group gegründet

In der Zwischenzeit hat sich die Working Group „Elektronische Transportdokumente“ konstituiert. Sie befasst sich zunächst mit dem Thema eCMR. In den Arbeitsgruppen der Stiftung werden die logistischen Anwendungen für einzelne Projekte definiert. Außerdem geben die Working Group Anforderungen an die Entwickler vor. Eine Working Group kann mehrere Projekte zu einem übergreifenden Thema initiieren. Die Working Group begleitet und betreut die Projekte bis zu ihrer Umsetzung.

Die Koordination für die Working Group „Elektronische Transportdokumente“ liegt in den Händen von Ingo Müller von DACHSER: „Unsere Working Group ist sehr motiviert und hat eine hohe Dynamik. Durch die Vielfalt der beteiligten Unternehmen können wir die Anforderungen und Umsetzungen aus vielen Blickwinkeln betrachten. Da wir Open Source arbeiten, ist unser Fortschritt im Repository der Open Logistics Foundation jederzeit für alle einsehbar.“

Andreas Nettsträter ist überzeugt, dass die Ergebnisse einen großen Einfluss auf die gesamte Branche haben werden: „Der Transport ist das Rückgrat der Logistik und des Supply Chain Managements. Deshalb sind die Open-Source-Lösungen zum eCMR ein Enabler für zahlreiche weitere digitale Logistikprozesse. Digitale automatische Bezahlvorgänge zum Beispiel sind nur möglich, wenn auf die notwendigen digitalen Daten zugegriffen werden kann.“

Die Wegbereiter des Open Source eCMR

  • Ingo Müller als Vertreter von DACHSER
  • Jens Wiegert und Alja Ladinek als Vertreter der Markant Gruppe
  • Andreas Micke und Oliver Puethe für die GS1 Germany GmbH
  • Vincent Z. vertritt DB Schenker 
  • Hendrik Gunkel als Vertreter von duisport – Duisburger Hagen AG
  • Jonas Kassan vertritt Rhenus Logistics
  • Michael Schmidt, Maximilian Schellert und Patrick Becker als Vertreter des Fraunhofer IML

Wenn auch Sie mit Ihrem Unternehmen den digitalen Frachtbrief mitgestalten und an einem neuen Standard arbeiten wollen, können Sie sich jederzeit an Andreas Nettsträter, Geschäftsführer der Open Logistics Foundation, wenden.

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